Die feurige Version von Bach – Bachianas Brasileiras

Villa-Lobos findet eigentlich überall Rohstoffe für seine Kompositionen: In der brasilianischen Volksmusik, in der Unterhaltungsmusik, im französischen Impressionismus, in der russischen Schule und im deutschen Barock. Alles kombiniert er zu einer schillernden und farbigen Klangsprache.

Villa-Lobos liebte die Musik Bachs und sah in ihr „eine Musik für das Volk“. Bei seinen Studien entdeckte er strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen der brasilianischen und barocken Musik. Er ging sogar soweit, dass er Strassenmusikern in Rio de Janeiro Bach vorsetzte und dabei herausfand, dass sie Barockmusik genauso natürlich und mühelos spielten wie die traditionellen Volkweisen. Durch diese Beschäftigung entstanden zwischen 1930 und 1945 die Bachianas Brasileiras; eine Reihe von neun Suiten, komponiert für unterschiedliche Besetzungen. Es ist eine Synthese zwischen Barock und Brasilien; barocker Kontrapunkt in Form einer sechsstimmigen Fuge trifft dabei auf ungerade brasilianische Rhythmen und neue Harmonien.

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(Bachianas Brasileiras Nr. 9 für Streicher, Heitor Villa-Lobos (1887 – 1959))

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