Monthly Archives: Februar 2020

Sturm und Drang: Hertels Fagottkonzert

Johann Hertel stammte aus einer alten Musikerfamilie. Sein Vater Johann Christian Hertel war ein berühmter Gambist am Hof von Eisenach. Dementsprechend erhielt Johann Wilhelm früh eine gute und fundierte Musikausbildung und begleitete seinen Vater schon in jungen Jahren am Cembalo. Allerdings zog er ein Jurastudium lange dem Musikerleben vor, bis er mit 17 Jahren ein Konzert von Phillip Emanuel Bach hörte und sich tief beeindruckt für ein Künstlerleben entschied. 1742 wurde er als Violinist und Cembalist an der Mecklenburger-Strelitzer Hofkappelle angestellt, später wurde er Hof- und Kapellkompositeur an der Mecklenburger-Schweriner Hofkapelle. Als Hofkomponist schrieb er eine grosse Anzahl an Solokonzerten,

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Souvenir de Florence – eine lange Werkgeschichte

Im Juni 1887 entstanden erste Pläne Tschaikowskys, ein Sextett zu schreiben als Geste der Dankbarkeit gegenüber der St. Petersburger Gesellschaft für Kammermusik, zu deren Ehrenmitglied er ein Jahr zuvor ernannt worden war. Allerdings blieb es in diesem Jahr bei der Idee und einigen Skizzen. 1888 hatte ihn die Idee immer noch nicht losgelassen, wie er in einem Brief an seine Gönnerin Nadezhda von Meck schrieb. Doch es sollte noch bis ins Jahr 1890 dauern, bis er wirklich mit der Arbeit begann. Februar und März dieses Jahres verbrachte er in Florenz und beendete dort nach wenigen Wochen Arbeit am 2. März

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Die feurige Version von Bach – Bachianas Brasileiras

Villa-Lobos findet eigentlich überall Rohstoffe für seine Kompositionen: In der brasilianischen Volksmusik, in der Unterhaltungsmusik, im französischen Impressionismus, in der russischen Schule und im deutschen Barock. Alles kombiniert er zu einer schillernden und farbigen Klangsprache. Villa-Lobos liebte die Musik Bachs und sah in ihr „eine Musik für das Volk“. Bei seinen Studien entdeckte er strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen der brasilianischen und barocken Musik. Er ging sogar soweit, dass er Strassenmusikern in Rio de Janeiro Bach vorsetzte und dabei herausfand, dass sie Barockmusik genauso natürlich und mühelos spielten wie die traditionellen Volkweisen. Durch diese Beschäftigung entstanden zwischen 1930 und 1945 die Bachianas

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